PMV-intern

27. /28. März 2010

Kath. Kirche Aarau/ Kath. Kirche Wohlen AG

Johann Sebastian Bach: Johannes-Passion

Kelly Landerkin, Sopran

Liliane Zürcher, Alt

Seil Kim, Tenor

René Koch, Bass

Peter Brechbühler, Bass

Orchester Capriccio Basel

Leitung: Pirmin Lang

 

Passionsvertonungen stehen in einer langen Tradition, die bis ins Mittelalter zurückreicht. Bachs Passionen nach den Evangelisten Matthäus und Johannes bilden den künstlerischen Höhepunkt und gleichzeitig aber auch den Abschluss dieser musikalischen Gattung. Im Gegensatz zur eher lyrisch angelegten Matthäuspassion wirkt die Johannespassion mit ihren Gerichtsszenen dramatischer, kompakter und in mancher Hinsicht auch kühner.

 Die Uraufführung fand am Nachmittag des 7. April 1724 während der Karfreitagsvesper in der Nikolaikirche in Leipzig statt, wo Bach kurz zuvor die Stelle als Thomaskantor angetreten hatte. Weitere Aufführungen, für die Bach jeweils Überarbeitungen des Werkes vornahm, gab es in den Jahren 1725, 1728 und 1749.

 Die Gründe für die Umgestaltungen sind bis heute nicht geklärt. Einwände des Rates gegen eine allzu "theatralische" Darstellung des Passionsgeschehens mögen dabei eine Rolle gespielt haben. Bach musste auf solche Einwände reagieren. Aber mit seinem charakteristischen Beharrungsvermögen kehrte er später zu seiner Urfassung zurück: Die letzte Fassung aus dem Jahr 1749 entspricht im Wesentlichen der ursprünglichen Komposition.

 Nach dieser letzten Aufführung zu Bachs Lebzeiten geriet die Johannespassion – wie Bachs gesamtes Werk – in Vergessenheit. Erst im Jahr 1834 wurde sie wieder aufgeführt – vier Jahre nach der berühmten Wiederentdeckung der Matthäuspassion durch Felix Mendelssohn-Bartholdy.

 Der Konzertchor „Pro Musica Vocale“ bemüht sich zusammen mit den Solisten und dem Barockorchester „Capriccio Basel“ um eine Aufführung, die sich stilistisch an der Musizierpraxis des frühen 18. Jahrhunderts orientiert.